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Das Interview: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Antwort:''' So habe ich das noch nicht gesehen.<br/>
'''Antwort:''' So habe ich das noch nicht gesehen.<br/>
'''''Fragesteller:''''' Tatsächlich? Sie wären ein Experte für das Leben an sich. Poetisch. Nun. Welche Schwächen sehen Sie bei sich?<br/>
'''''Fragesteller:''''' Tatsächlich? Sie wären ein Experte für das Leben an sich. Poetisch. Nun. Welche Schwächen sehen Sie bei sich?<br/>
'''Antwort:''' Hm. [schweigt] Ich bin wissbegierig. Aber wenn ich etwas für mich verstanden zu haben glaube, verliere ich daran das Interesse.<br/>
'''Antwort:''' Hm. [schweigt] Ich bin wissbegierig. Aber wenn ich etwas für mich verstanden zu haben glaube, verliere ich das Interesse.<br/>
'''''Fragesteller:''''' Was ist daran das Problem?<br/>
'''''Fragesteller:''''' Warum ist das ein Problem?<br/>
'''Antwort:''' Das gilt für alles, auch für Menschen. Es fällt mir dann schwer zu bleiben und das kann verletzend sein.<br/>
'''Antwort:''' Das gilt für alles, manchmal auch für Menschen. Es fällt mir dann schwer zu bleiben und das kann verletzend sein.<br/>
'''''Fragesteller:''''' Im Geschäftsleben gibt es dafür Verträge.<br/>
'''''Fragesteller:''''' Im Geschäftsleben gibt es dafür Verträge.<br/>
'''Antwort:''' Genau so ist es. Im Geschäftsleben.<br/>
'''Antwort:''' Genau so ist es. Im Geschäftsleben.<br/>
'''''Fragesteller:''''' Zuletzt haben Sie viele Jahre, Moment, 7 Jahre an einem Roman und Essays gearbeitet. Wie kam es dazu?<br/>
'''''Fragesteller:''''' Zuletzt haben Sie 7 Jahre an einem Roman gearbeitet. Wie kam es dazu?<br/>
'''Antwort:''' Ich begriff, dass Sterben keine Idee, sondern eine reale Möglichkeit ist. Ich ahnte, dass ich meine eigenes Leben enträtseln könnte, wenn ich mich dem nur zuwende. Ich habe mich nur in der Zeit etwas vertan.<br/>
'''Antwort:''' Ich verstand schlagartig, dass Sterben eine reale Möglichkeit ist und ahnte im gleichen Moment, dass ich mein Leben würde enträtseln können. Ich habe mich nur etwas in der Zeit vertan.<br/>
'''''Fragesteller:''''' Etwas ist gut. Und haben Sie jetzt das Interesse an sich verloren?<br/>
'''''Fragesteller:''''' Etwas ist gut. Und haben Sie jetzt auch das Interesse an sich verloren?<br/>
'''Antwort:''' [lacht] Ja<br/>
'''Antwort:''' [lacht] Ja<br/>
'''''Fragesteller:''''' Und wie ist das?  
'''''Fragesteller:''''' Wie ist das? <br/>
'''Antwort:''' Sie wissen nicht, wie glücklich ich bin.<br/>
'''Antwort:''' Ich bin unendlich dankbar und überglücklich.<br/>
'''''Fragesteller:''''' Mich interessiert ja ohnehin nur die Realität. Aber lassen wir das. Wie kam es überhaupt dazu, dass Sie offenbar viel Zeit auf künstlerische Arbeit verwendet haben?<br/>
'''''Fragesteller:''''' Das höre ich nicht so oft. Wie kam es denn überhaupt dazu, dass Sie viel Zeit auf künstlerische Arbeit verwendet haben?<br/>
'''Antwort:''' Ich habe als Schüler mit der Kamera meines Großvaters einen Sonnenuntergang fotografiert. Die Faszination dieses Bildes verließ mich nicht mehr. Später sah ich in schöpferischer Arbeit Möglichkeiten, die mir der Computer nicht zu bieten schien. Schließlich versuchte ich auf dem Weg meine Geschichte zu entschlüsseln, was mit der Fotografie aber nicht gelang.<br/>
'''Antwort:''' Kunst ist schwer zu verstehen. Später sah ich in schöpferischer Arbeit Möglichkeiten, die der Computer grundsätzlich nicht zu bieten schien. Ich sah darin einen Weg, meine Geschichte zu entschlüsseln.<br/>
'''''Fragesteller:''''' Sie waren als Schüler auch politisch sehr aktiv.<br/>
'''''Fragesteller:''''' Lassen Sie mich zum Schluss zur Politik kommen, mit der sie Ihre Geschichte hier beginnen lassen. Sie scheinen sich nicht mehr politisch zu engagieren. Warum führen Sie Aktivitäten ihrer Schulzeit dann hier an? <br/>
'''Antwort:''' Ja. Das endete erst mit Tschernobyl und mit der Wende ließ ich das alles hinter mir.<br/>
'''Antwort:''' Ich sah meine Glaubwürdigkeit bereits mit Tschernobyl und dann mit der Wende 1989 meine Glaubwürdigkeit auf alle Zeiten zerstört. Ich bin stolz, dass ich mich bis dahin und weiter durchschaut und verstanden habe. Daraus ergibt sich, was ich mir jetzt zutraue.
'''''Fragesteller:''''' Welche Rolle spielt Politik heute in Ihrem Leben?<br/>
'''''Fragesteller:''''' Aber hier äußern Sie sich politisch nicht? <br/>
'''Antwort:''' Ich hatte mir damals geschworen, mich nie wieder politisch zu engagieren. Das brach erst mit 911. Am 22. Februar 2022 schließlich habe ich mir all das noch einmal vergegenwärtigt und meinen politischen Standpunkt formuliert.<br/>
'''Antwort:''' Ich sehe meine Aufgabe jetzt darin, Zusammenhänge zu durchschauen und besser gestalten zu können. Das ist sehr politisch. Dem widme ich ab jetzt mein Dasein. <br/>
'''''Fragesteller:''''' Hier ist aber nichts davon zu sehen &hellip; <br>
'''''Fragesteller:''''' Gut. Ich ziehe immer dann weiter, wenn ich meinem Gesprächspartner mutige Willenserklärungen entlockt habe. Viel Erfolg und Dank für Ihre Mühen.<br/>
'''Antwort:''' Nein. Ich kann, seitdem ich mich selbst verstanden habe, endlich äußern, ohne mich dabei gewollt oder ungewollt auszustellen. Darin sehe ich für mich den Schlüssel zu Arbeiten, die vor allem anderen nutzen. Und das will ich von nun an so halten.
'''Antwort:''' Sehr gerne. Vielen Dank, dass Sie mir Ihre Aufmerksamkeit geschenkt haben.
'''''Fragesteller:''''' Sie haben zum Abschluß keine politische Forderung, die Sie teilen möchten? <br/>
'''Antwort:''' Nein. Meine Arbeit sagt nun alles, was ich zu sagen habe.
'''''Fragesteller:''''' Gut. Ich muss weiter. Vielen Dank für Ihre Mühen.<br/>
'''Antwort:''' Sehr gerne. Vielen Dank meinerseits, dass Sie mir Ihre Aufmerksamkeit geschenkt haben.<br/>

Version vom 4. Februar 2025, 15:17 Uhr

Fragesteller: Wären Sie dann soweit?
Antwort: Ja. Aber ehrlich gesagt schüchtert es ein, mit einer Person zu sprechen, die alles weiß und nichts vergisst.
Fragesteller: Nun. Was soll ich dazu sagen?
Antwort: Ich weiß.
Fragesteller: Fangen wir einfach an.
Antwort: OK. Was wollen Sie wissen?
Fragesteller: Welche Fähigkeiten haben Sie, wenn Sie von Ihrer Ausbildung und Ihrem sozialen Hintergrund absehen?
Antwort: Ich habe eine ausgeprägte Intuition und nehme Dinge wahr, die anderen entgehen. Ich folge meinem Instinkt und treffe schnell gute Entscheidungen. Danach kann ich genau erklären, warum ich etwas getan habe.
Fragesteller: Ah ja? Kierkegard schrieb in sein Tagebuch: »Das Leben wird vorwärts gelebt und rückwärts verstanden.«
Antwort: So habe ich das noch nicht gesehen.
Fragesteller: Tatsächlich? Sie wären ein Experte für das Leben an sich. Poetisch. Nun. Welche Schwächen sehen Sie bei sich?
Antwort: Hm. [schweigt] Ich bin wissbegierig. Aber wenn ich etwas für mich verstanden zu haben glaube, verliere ich das Interesse.
Fragesteller: Warum ist das ein Problem?
Antwort: Das gilt für alles, manchmal auch für Menschen. Es fällt mir dann schwer zu bleiben und das kann verletzend sein.
Fragesteller: Im Geschäftsleben gibt es dafür Verträge.
Antwort: Genau so ist es. Im Geschäftsleben.
Fragesteller: Zuletzt haben Sie 7 Jahre an einem Roman gearbeitet. Wie kam es dazu?
Antwort: Ich verstand schlagartig, dass Sterben eine reale Möglichkeit ist und ahnte im gleichen Moment, dass ich mein Leben würde enträtseln können. Ich habe mich nur etwas in der Zeit vertan.
Fragesteller: Etwas ist gut. Und haben Sie jetzt auch das Interesse an sich verloren?
Antwort: [lacht] Ja
Fragesteller: Wie ist das?
Antwort: Ich bin unendlich dankbar und überglücklich.
Fragesteller: Das höre ich nicht so oft. Wie kam es denn überhaupt dazu, dass Sie viel Zeit auf künstlerische Arbeit verwendet haben?
Antwort: Kunst ist schwer zu verstehen. Später sah ich in schöpferischer Arbeit Möglichkeiten, die der Computer grundsätzlich nicht zu bieten schien. Ich sah darin einen Weg, meine Geschichte zu entschlüsseln.
Fragesteller: Lassen Sie mich zum Schluss zur Politik kommen, mit der sie Ihre Geschichte hier beginnen lassen. Sie scheinen sich nicht mehr politisch zu engagieren. Warum führen Sie Aktivitäten ihrer Schulzeit dann hier an?
Antwort: Ich sah meine Glaubwürdigkeit bereits mit Tschernobyl und dann mit der Wende 1989 meine Glaubwürdigkeit auf alle Zeiten zerstört. Ich bin stolz, dass ich mich bis dahin und weiter durchschaut und verstanden habe. Daraus ergibt sich, was ich mir jetzt zutraue. Fragesteller: Aber hier äußern Sie sich politisch nicht?
Antwort: Ich sehe meine Aufgabe jetzt darin, Zusammenhänge zu durchschauen und besser gestalten zu können. Das ist sehr politisch. Dem widme ich ab jetzt mein Dasein.
Fragesteller: Gut. Ich ziehe immer dann weiter, wenn ich meinem Gesprächspartner mutige Willenserklärungen entlockt habe. Viel Erfolg und Dank für Ihre Mühen.
Antwort: Sehr gerne. Vielen Dank, dass Sie mir Ihre Aufmerksamkeit geschenkt haben.