Das Interview: Unterschied zwischen den Versionen
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'''F | :'''A''' Mich reizte anfangs, dass Kunstwerke schwer zu verstehen sind. Später sah ich in schöpferischer Arbeit Möglichkeiten, die der Computer meinem Verständnis nach grundsätzlich nicht hat. Auf Erfolg in den Augen anderer kam es mir nicht an und ich habe die damit verbundenen Konflikte vermieden.<br/> | ||
'''F''' Dann haben Sie 7 Jahre an einem Roman gearbeitet. Wie kam es dazu?<br/> | |||
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'''F | :'''A''' Ich bin unendlich dankbar und glücklich.<br/> | ||
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'''F:''' | :'''A''' Für Personen wie mich, die keine Art von Ruhestand kennen oder wollen, ist das überlebenswichtig.</br> | ||
'''F''' Geht es noch etwas dramatischer? ''Überlebenswichtig?''<br/> | |||
'''F | :'''A''' Sich von einer Arbeit trennen zu können, in der sie vorher aufgingen. Das ist für uns überlebenswichtig.<br/> | ||
'''F''' Gut. Wir müssen langsam zum Ende kommen. Sie scheinen sich gar nicht mehr politisch zu engagieren. Warum führen Sie die zahllosen Aktivitäten ihrer Schulzeit hier trotzdem an?<br/> | |||
:'''A''' Und auch die im Studium. - Ich sah 1986 mit Tschernobyl meine Glaubwürdigkeit beschädigt und mit der Wende 1989 zerstört. Ich bin stolz, dass ich mich verstanden habe und mit mir im Reinen bin. Ich sehe Computer und Kunst nicht mehr als Gegensätze, sondern sehe das eine im anderen.<br/> | |||
'''F''' Dann Ihnen viel Erfolg und Dank für Ihre Mühen hier.<br/> | |||
'''F | :'''A''' Sehr gerne. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. | ||
Version vom 5. Februar 2025, 13:54 Uhr
- Antwort Ehrlich gesagt schüchtert es ein, mit einer Person zu sprechen, die alles weiß und nichts vergisst.
Fragesteller Nun. Was soll ich dazu sagen? Fangen wir doch einfach an. Welche Fähigkeiten haben Sie, von Ausbildung und Berufserfahrung abgesehen?
- A Ich habe eine ausgeprägte Intuition und nehme Dinge wahr, die anderen entgehen und treffe instinktiv gute Entscheidungen. Außerdem kann ich genau erklären, warum ich etwas getan habe.
F Ah ja? Kierkegard schrieb in sein Tagebuch: »Das Leben wird vorwärts gelebt und rückwärts verstanden.« Sie wären ein Experte für das Leben an sich? Nun. Welche Schwächen sehen Sie bei sich?
- A Hm. [schweigt] Ich bin wissbegierig und wenn ich etwas für mich verstanden habe, verliere ich das Interesse.
F Warum ist das ein Problem?
- A Das gilt manchmal auch für Menschen und kann verletzend sein.
F Im Geschäftsleben gibt es dafür Verträge.
- A Genau so ist es. Im Geschäftsleben.
F Sie haben sehr viel Zeit auf künstlerische Arbeit verwendet, nur ohne Erfolg oder eine Karriere?
- A Mich reizte anfangs, dass Kunstwerke schwer zu verstehen sind. Später sah ich in schöpferischer Arbeit Möglichkeiten, die der Computer meinem Verständnis nach grundsätzlich nicht hat. Auf Erfolg in den Augen anderer kam es mir nicht an und ich habe die damit verbundenen Konflikte vermieden.
F Dann haben Sie 7 Jahre an einem Roman gearbeitet. Wie kam es dazu?
- A Etwa die Hälfte der Zeit habe ich mit Formatieren verbracht.
F Wie bitte?
- A Scherz. Im September 2014 verstand ich schlagartig, dass Sterben zwar eine reale Möglichkeit ist aber auch das Leben verstehen lässt. Ich glaubte, dass ich damit meinen Weg würde enträtseln können. Das ist mir gelungen. Ich habe mich nur etwas in der Zeit vertan.
F Etwas ist gut. Und damit haben Sie auch das Interesse an sich selbst verloren?
- A [lacht] Touché. Ja, genau so ist es.
F Wie ist das für Sie?
- A Ich bin unendlich dankbar und glücklich.
F Warum? Sind Sie damit doch am Ende.
- A Für Personen wie mich, die keine Art von Ruhestand kennen oder wollen, ist das überlebenswichtig.
F Geht es noch etwas dramatischer? Überlebenswichtig?
- A Sich von einer Arbeit trennen zu können, in der sie vorher aufgingen. Das ist für uns überlebenswichtig.
F Gut. Wir müssen langsam zum Ende kommen. Sie scheinen sich gar nicht mehr politisch zu engagieren. Warum führen Sie die zahllosen Aktivitäten ihrer Schulzeit hier trotzdem an?
- A Und auch die im Studium. - Ich sah 1986 mit Tschernobyl meine Glaubwürdigkeit beschädigt und mit der Wende 1989 zerstört. Ich bin stolz, dass ich mich verstanden habe und mit mir im Reinen bin. Ich sehe Computer und Kunst nicht mehr als Gegensätze, sondern sehe das eine im anderen.
F Dann Ihnen viel Erfolg und Dank für Ihre Mühen hier.
- A Sehr gerne. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.