Zum Inhalt springen

Schöpferischer Standpunkt

Aus transformal GmbH

Thema

Seine Arbeit behandelt das Spannungsverhältnis von Selbst- und Fremdbild. In der Regel sucht er für schöpferische Arbeiten keine Beurteilung als Kunstwerk, weil sie der Selbstentfaltung dienen.

Erbe

Er wurde in eine Familie von Flüchtlingen nach Westdeutschland geboren, Vater und Großvater waren zeitweise Berufssoldaten. Ihre Wege prägten ihn, indem seine Fragen auf Schweigen und verletzten Stolz trafen. Er wurde ein Aktivist, der sich als ein Rebell gegen die gleiche totalitäre Ideologie gab, die er vertrat. Die Geschichte machte seiner Aufführung ein Ende und er wurde Nachwuchsforscher, dessen beispielhaftes Engagement von ebenso beharrlicher Suche nach beruflichen Fehltritten seiner Lehrer begleitet wurde. So wurde er schließlich selbstständig, in wechselnden Gemeinschaften anderer Kreativer.

Von 1994 bis 1996 und von 2006 bis 2011 benutzte er Kunst und biografische Arbeiten, um eine ungebrochene persönliche Präsenz zu erreichen.

Wende

An einem heißen Sommertag 2014 erlebte er, was er seit vielen Jahren gesucht hatte.

Die Erkenntnis des Tages: meine gelebte Persönlichkeit war eine Fiktion. Ich ließ am Mittag ein halbes Glas Wein stehen und wusste, dass ich keinen Alkohol mehr trinken würde. Nicht etwa, weil ich mit dem Trinken aufhören wollte und es mir zuvor nicht gelungen wäre. Sondern, weil die Gewohnheit wie der Rückstand eines Fremdkörpers gewesen – und der jetzt auszukotzen war.

Seine Persönlichkeit als ›Autofiktion‹ zu erkennen war für ihn schockierend wie befreiend. Er hatte nur eine vage Ahnung, wie sie entstanden war. So beschloss er wenige Monate darauf, zu versuchen, das Phänomen genau zu verstehen. Das Selbstbild wird gedacht und willentlich geäußert, daher kann seine Glaubwürdigkeit nur von anderen festgestellt werden. Wenn die Lebensweise gleichzeitig aufgezeichnet wird, können Notizen jedoch Beweiskraft erhalten. Er beschrieb seine Autofiktion indirekt mit einer Reihe wenig schmeichelhafter Begebenheiten. In der Annahme, dass es möglich und für ihn wie für uns lohnenswert wäre, sie zu entschlüsseln. Anfangs rechtfertigte er das mit dem Ziel, die oben angedeuteten Konflikte aufzulösen und sein reiches Talent besser nutzen zu können. Aber bei klarem Verstand stellt sich die Frage der Verhältnismäßigkeit nicht. Identität mag nicht mühelos zu erlangen sein, aber sie hat keinen Preis.

Ertrag

Mit einem Gesamtaufwand von nur 7 Jahren hat er bewiesen, analysiert und dokumentiert, dass ein Mensch seine Persönlichkeit entschlüsseln und entwickeln kann, obwohl sie fast lebenslang unveränderlich schien: ›Persönlichkeit‹ kann als schöpferische Arbeit betrachtet werden. Systematische Diskussion im Positionspapier »Persönlichkeit als schöpferische Ambition« (v260706r1: 4100 Worte, 5 Tabellen, 5 Diagramme und 2 interaktive Abbildungen) und als Workshop buchbar. Nur kann Persönlichkeit, wie andere schöpferische Arbeiten auch, nicht vom Urheber selbst zum Werk erhoben werden. Auch Künstler können ihre Arbeiten nicht als Werke auszeichnen. Sie wären unglaubwürdig, weil sie nicht genug Abstand haben. Es wäre doppelt unglaubwürdig [4], sich als ›Künstler eigener Persönlichkeit‹ zu bezeichnen.

Die Position eines Künstlers muss nicht beschrieben werden, die Werke zeigen sie. Im Fall der Persönlichkeit als Arbeit ist die Person ihre Position.

»Ich schöpfe den Reichtum meines Daseins aus. Dabei leitet mich der Gedanke, dass ›alles, was vom Denken ausgeht, existiert‹.[6] Wie könnte das meinen Körper ausschließen?«

Zinsen

Totalitäre Ideologien und missionierende Religionen halten die Erziehung des Menschen durch ihre Würdenträger für notwendig, damit ein Paradies auf Erden entstehe. — Der Anspruch auf Schutz ihrer ›körperlichen Integrität‹ wird den Bürgern von manchen Verfassungen eingeräumt. Dieses Recht meint auch ihren Schutz vor Gewalt und Verletzungen. Das Gegenstück ist das Recht, mit sich selbst schöpferisch umzugehen.